Drei Zifferblätter (Süden, Westen, Norden) schmücken den 27 m hohen Turm und zeigen die Uhrzeit an. Vier Glocken (fis, gis, h, cis) ertönen über dem Ort und rufen zum Gottesdienstbesuch herbei. Auch Turmfalke und Schleiereule fühlen sich im Turm wohl. Bei einer Visitation im Jahr 1731 wurde vermerkt, dass bei einem Einsturz der Kirche „der Pfarrer samt seiner ganzen Gemeinde unter währendem Gottesdienst erbärmlich erschlagen werden könnte". Im vergangenen Winter habe der Pfarrer in der Sakristei „bald auf Eis, bald im Wasser wandeln müssen" und auch in der Kirche sei es eisig und schlüpfrig, so dass man vorsichtig sein müsse, um sich nicht im Gotteshaus den Hals zu brechen. Endlich am 5. Mai 1738 war die Grundsteinlegung und schon am 24. Juli 1738 konnte die Einweihung der größeren und schöneren Kirche gefeiert werden. Der Neubau wurde je an der Nord- und Südseite um je 3 m verbreitert. Ein schön gemeißeltes Relief über den Turm-/Kircheingang informiert uns darüber eingehend. Im Jahr 1988 konnte das 250-jährige Kirchenjubiläum festlich begangen werden. In den Jahren 1934 und 1964 mussten Kirchengebäude und Turm erneut einer größeren Renovierung/Sanierung unterzogen werden. Die durchaus notwendige Innenrenovierung im Jahr 1964 war leider zu sehr dem modernen Zeitgeist und Fortschrittsglauben verhaftet, so dass die barocke Kanzel an der Südseite, die Orgel mit wunderschönem Prospekt und die neutestamentliche Bildergalerie an der nord- und östlichen Empore dem „Bildersturm" zum Opfer fielen. Die im Zuge der Innenrenovierung nach außen verlegten Epitaphe (Grabdenkmäler) der Herren von Lomersheim (Nähe Mühlacker) mussten aufgrund der schädlichen Umwelteinflüsse wieder ins Innere des Turm-/Kircheneingangs hereingeholt werden. Erhalten geblieben ist auch das handgeschnitzte hölzerne Epigramm (Gedenkschrift) über die Auflistung der Pfarrer seit dem Jahr 1700 bis in die heutige Zeit, und für den vorherigen Zeitraum ab dem Jahr 1619 die Tätigkeitszeitspanne des jeweiligen Pfarrers, wie immer in schöner Deutscher Schrift auf Papier geschrieben und eingerahmt und natürlich das kunstvoll gefertigte gotische Kruzifix. |